Erfahrungen von Anton C. (19)

Meine Erfahrung ist eigentlich gut. Am Anfang ist es mir schwer gefallen, dort zu leben, weil ich meine Familie vermisst habe.

Mein Betreuer war immer für mich da, wie in guten wie auch schlechten Zeiten. Er hat mir viel Freiraum gelassen, aber ich hatte auch Pflichten und diese Pflichten hatte ich vorher nie. Er hat mir beigebracht, wie man aufräumt. Durch ihn bin ich zur Schule gegangen und musste nach der Schule eine Stunde lernen. Das habe ich aber nicht immer gemacht. Dadurch habe ich manchmal mit ihm Stress gehabt, aber mein Betreuer ist immer ruhig geblieben und hat gesagt, dass es besser wäre zu lernen. Er hat mir gezeigt, dass Schule wichtig ist.

Mein Betreuer und seine Familie waren für mich wie eine richtige Familie, die ich früher nicht hatte. Die haben mich immer gut behandelt. Klar gab es mal Streit, aber auch nur dann, wenn ich beleidigend war, was falsch von mir war. Wir haben viel unternommen und sind ins Kino gefahren, Phantasialand etc. Durch das Leben in dieser Familie habe ich mich im Positiven entwickelt. Die haben mir gezeigt, dass ich es nicht nötig habe zu klauen oder andere Menschen zu verletzen. Ich habe auch in den Jahren, die ich bei meinem Betreuer gelebt habe nichts Schlimmes mehr verbrochen. Ich habe auch gelernt, wie man ordentlich am Tisch sitzt und essen tut, wie man das Besteck richtig hält. Er hat mir so viel beigebracht, aber auch seine Eltern haben mir beigebracht, Manieren zu haben. Ich wurde ein anständiger junger Mensch.

Aus meiner Sicht würde ich den Kindern, die so eine Hilfe brauchen, die ich gebraucht habe, meinen Betreuer vorschlagen, weil einfach das ist nicht wie ein Heim, wo man eigentlich auf sich alleine gestellt ist, sondern es ist eine Familie, die behandeln dich so, als wärst du ein Familienmitglied, wo man natürlich auch mal putzen muss oder den Müll rausbringen muss. Das
gehört dazu. Ich war sehr zufrieden mit meinem Betreuer und seiner Familie.